Die Ecotasa 2026 kostet Erwachsene je nach Unterkunft und Saison zwischen 0,25 € und 4,00 € netto pro Person und Nacht, zuzüglich 10 % IVA. Kinder unter 16 Jahren sind befreit. Als Gastgeber ziehen Sie den Betrag bei der Anreise oder Abrechnung ein und führen ihn über das Modelo 700 an die ATIB ab. Wer länger als acht Nächte bleibt, zahlt ab der neunten Nacht nur noch die Hälfte.
Kurz gesagt:
- Bei Buchungen in der Nebensaison zahlen Gäste nur 25 Prozent des Hauptsaisontarifs, ab der neunten Nacht reduziert sich die Gebühr um die Hälfte.
- Die Ecotasa beträgt 2026 je nach Unterkunftskategorie zwischen 0,25 € und 4,00 € netto pro Nacht, zuzüglich 10 % Mehrwertsteuer.
- Gastgeber sind für die Erhebung und Meldung der Ecotasa verantwortlich und müssen sie getrennt auf der Rechnung ausweisen, um Nachfragen der Behörde zu vermeiden.
- Das Berücksichtigen der korrekten Saison, Kategorie und Rabatte bei längeren Aufenthalten ist entscheidend, um Fehler und Nachforderungen zu verhindern.
- Gesetzesänderungen sind möglich, doch aktuell bleiben die Tarife unverändert, sodass eine flexible Abrechnung und klare Kommunikation wichtig sind.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist die Ecotasa? Rechtsgrundlage und Zweck von ATIB und Ley 2/2016
- Wer zahlt die Ecotasa und wer ist ausgenommen?
- Ecotasa Tarife 2026: So viel zahlen Ihre Gäste pro Nacht
- Rabatte bei der Ecotasa: Neunte Nacht und Nebensaison richtig anwenden
- Ecotasa erheben und abführen: Modelo 700, Fristen und Rechnungsdarstellung
- Ecotasa berechnen: Drei Beispiele aus dem Gastgeber-Alltag
- Ecotasa 2026: Politische Debatte um Erhöhungen und wie Sie sich absichern
- Praxis-Check: Was 46 Jahre Erfahrung auf Mallorca über die Ecotasa lehren
- Warum Transparenz bei der Ecotasa Vertrauen schafft
- Unterstützung bei Ecotasa und Vermietungsstart durch Mallorca-immobilien
- Quellen
Was ist die Ecotasa? Rechtsgrundlage und Zweck von ATIB und Ley 2/2016
Die Ecotasa, offiziell Impost sobre Estades Turístiques (ITS), ist eine eigene Steuer der Balearen und keine Gebühr, die eine Gemeinde nach Belieben festlegt. Die rechtliche Grundlage bildet die Ley 2/2016 mit ihrer Tarif-Anlage, konsolidiert im BOE veröffentlicht. Zuständig für Einzug und Kontrolle ist die Agència Tributària de les Illes Balears, kurz ATIB.
Der Zweck klingt auf den ersten Blick abstrakt, ist aber ziemlich konkret: Die Einnahmen fließen in Projekte, die den Tourismus auf der Insel überhaupt erst tragfähig halten.
- Erhalt und Sanierung von Naturschutzgebieten und Küstenabschnitten
- Ausbau von Wasser- und Abwasserinfrastruktur in stark frequentierten Gemeinden
- Förderung sozialer Wohnprojekte für die lokale Bevölkerung
- Unterstützung von Mobilitätsprogrammen, etwa im öffentlichen Nahverkehr
Für Sie als Gastgeber bedeutet das: Die Steuer ist kein Bonus für die Staatskasse, sondern zweckgebunden. Das erklärt auch, warum die ATIB bei der Abführung wenig Spielraum lässt. Wer die Ecotasa einzieht, aber nicht meldet, gerät schnell ins Visier der Behörde.
Wer zahlt die Ecotasa und wer ist ausgenommen?
Zahlungspflichtig ist grundsätzlich jede Person ab 16 Jahren, die auf den Balearen touristisch übernachtet. Jünger als 16? Dann entfällt die Abgabe komplett, unabhängig von der Unterkunftskategorie. Das gilt einheitlich für alle vier Inseln, Mallorca, Ibiza, Menorca und Formentera, ohne kommunale Zuschläge.
Als Vermieter oder Betreiber sind Sie nicht Steuerschuldner im eigentlichen Sinn, sondern Einzugsstelle. Sie erheben den Betrag beim Gast und reichen ihn weiter. Bleibt die Abführung aus, haften Sie persönlich, nicht der Gast.
Die Ecotasa betrifft praktisch jede Form der touristischen Übernachtung:
- Ferienwohnungen und Ferienhäuser mit touristischer Vermietungslizenz (ETV)
- Hotels und Aparthotels aller Kategorien
- Campingplätze und Wohnmobilstellplätze mit touristischer Nutzung
- Kreuzfahrtpassagiere bei Übernachtung an Bord während des Aufenthalts in balearischen Gewässern
- Agrotourismus- und Landhausunterkünfte
Profi-Tipp: Fragen Sie das Geburtsdatum jedes Gastes bereits im Buchungsformular ab, nicht erst beim Check-in. Das verhindert Streit an der Rezeption und macht die spätere Abrechnung für Ihr Team deutlich einfacher.
Sonderfälle wie Langzeitmieter mit Wohnsitzcharakter oder Sozialunterkünfte sind ausgenommen, sofern kein touristischer Zweck vorliegt. Die genaue Abgrenzung lohnt sich zu klären, bevor Sie ein Objekt als Ferienlizenz vermarkten.
Ecotasa Tarife 2026: So viel zahlen Ihre Gäste pro Nacht
Die Höhe der Ecotasa richtet sich nach zwei Faktoren: der Kategorie der Unterkunft und der Saison. Als Hauptsaison gilt der Zeitraum vom 1. Mai bis zum 31. Oktober, als Nebensaison der Rest des Jahres. Die folgenden Nettobeträge gelten pro Person und Nacht, amtlich festgelegt in der Tarifmatrix 2026.
| Unterkunftskategorie | Hauptsaison (netto) | Nebensaison (netto) | Hauptsaison (brutto, +10 % IVA) |
|---|---|---|---|
| 5-Sterne-Hotels, Luxusvillen | 4,00 € | 0,25 € | 4,00 € |
| 4-Sterne-Hotels, gehobene ETV | 3,00 € | 0,50 € | 3,00 € |
| 3-Sterne-Hotels, Standard-ETV | 2,00 € | 0,50 € | 2,00 € |
| 1- und 2-Sterne-Hotels, Pensionen | 0,25 € | 0,25 € | 1,00 € |
| Camping, Wohnmobilstellplätze | 0,50 € | 0,25 € | 0,50 € |
Die Nebensaison drückt den Betrag durchweg auf ein Viertel des Hauptsaisonsatzes, dazu später mehr im Abschnitt zu den Reduktionen. Wer das vergisst, weist am Ende zu wenig aus und muss die Differenz selbst tragen.
Eine kleine Randkategorie betrifft nicht-residenzielle touristische Betriebe, etwa Zimmervermietungen ohne vollständige ETV-Registrierung. Diese fallen tarifllich meist in die Kategorie „Standard“, sollten aber im Einzelfall mit der ATIB abgeglichen werden, weil die Einstufung nicht immer eindeutig ist.

Rabatte bei der Ecotasa: Neunte Nacht und Nebensaison richtig anwenden
Zwei Mechanismen senken den zu zahlenden Betrag erheblich, und beide lassen sich kombinieren, wenn Sie die Reihenfolge beachten.
- Langzeitrabatt: Ab der neunten aufeinanderfolgenden Nacht im selben Betrieb sinkt der Satz um 50 %.
- Nebensaison-Bonifikation: Außerhalb der Hauptsaison zahlen Gäste nur 25 % des Hauptsaisonsatzes, das entspricht einer Reduktion um 75 %.
- Kinderbefreiung: Gäste unter 16 Jahren zahlen unabhängig von Saison oder Aufenthaltsdauer nichts.
Bei einer Kombination gilt: Zuerst wird die Saison zugeordnet, danach greift ab der neunten Nacht der Langzeitrabatt auf den bereits reduzierten Nebensaisonsatz. Diese Reihenfolge ist keine Kür, sondern Pflicht bei einer Prüfung, denn die ATIB verlangt nachvollziehbare Dokumentation der Berechnung.
Der häufigste Fehler in der Praxis: Gastgeber wenden den Langzeitrabatt auf den vollen Hauptsaisonsatz an, selbst wenn die Buchung in die Nebensaison fällt. Das führt zu einer zu niedrigen Abführung, was bei einer Kontrolle unangenehm auffällt. Ein zweiter Klassiker ist das Fehlen einer Nächteliste in der Buchhaltung, aus der sich die Berechnung nachvollziehen lässt.
Ecotasa erheben und abführen: Modelo 700, Fristen und Rechnungsdarstellung
Ob Sie die Ecotasa separat ausweisen oder in den Gesamtpreis einrechnen, ist rechtlich Ihnen überlassen. In der Praxis empfiehlt sich fast immer die separate Ausweisung, weil sie Reklamationen deutlich reduziert und Gästen sofort klarmacht, dass es sich um eine gesetzliche Abgabe handelt, nicht um eine versteckte Servicegebühr.
So läuft die Abführung in der Praxis ab:
- Sie erfassen bei jeder Buchung Alter, Aufenthaltsdauer und Saison des jeweiligen Gastes.
- Sie berechnen den Nettobetrag pro Nacht, wenden Rabatte an und schlagen 10 % IVA auf.
- Sie weisen die Position „Ecotasa (ITS)“ als eigene Zeile auf der Rechnung aus, mit Netto- und Bruttowert getrennt.
- Sie melden die eingezogenen Beträge über das Modelo 700 an die ATIB, üblicherweise vierteljährlich im April, Juli, Oktober und Januar.
- Sie bewahren Buchungsnachweise und Berechnungen mindestens für die gesetzliche Verjährungsfrist auf.
Profi-Tipp: Gleichen Sie vor jeder Meldeperiode Ihr Buchungssystem mit den tatsächlich abgerechneten Nächten ab. Diskrepanzen zwischen Reservierungssystem und deklarierten Nächten sind einer der häufigsten Gründe für Nachfragen der ATIB.
Größere Betriebe mit hohem Buchungsvolumen können auf monatliche Meldung wechseln, was die Liquiditätsplanung erleichtert, weil eingezogene Beträge nicht drei Monate lang gebunden bleiben. Wer mehrere Buchungsplattformen gleichzeitig nutzt, sollte die Ecotasa in jedem System identisch hinterlegen, sonst entstehen Abweichungen zwischen Airbnb-Abrechnung, Booking-Abrechnung und dem eigenen PMS.
Ecotasa berechnen: Drei Beispiele aus dem Gastgeber-Alltag
Zahlen wirken abstrakt, bis man sie an einer echten Buchung durchrechnet. Hier drei typische Fälle.
- Ferienwohnung, August, 4 Erwachsene, 7 Nächte: Kategorie Standard-ETV, Hauptsaison, 2,00 € netto pro Person und Nacht. Das ergibt 4 × 7 × 2,00 € = 56,00 € netto, zuzüglich 10 % IVA also 61,60 € brutto für die gesamte Buchung.
- 4-Sterne-Hotel, 3 Nächte, 2 Erwachsene plus 1 Kind unter 16: Nur die Erwachsenen zahlen. 2 × 3 × 3,00 € = 18,00 € netto, brutto 19,80 €. Das Kind bleibt außen vor.
- Langzeitaufenthalt, Nebensaison, 12 Nächte, 2 Erwachsene: Nebensaisonsatz 0,50 € (Standard-Kategorie), ab Nacht 9 zusätzlich 50 % Rabatt. Die ersten acht Nächte kosten 2 × 8 × 0,50 € = 8,00 €, die restlichen vier Nächte 2 × 4 × 0,25 € = 2,00 €. Zusammen 10,00 € netto, 11,00 € brutto.
Der letzte Fall zeigt, wie stark sich Nebensaison und Langzeitrabatt gemeinsam auf den Betrag auswirken: Statt der vollen 24,00 € im Hauptsaisonsatz zahlen die Gäste nur ein Bruchteil davon. Für Sie als Gastgeber heißt das vor allem eines: korrekte Rabattstaffelung spart dem Gast Geld und schützt Sie vor Nachforderungen bei einer Prüfung.
Ecotasa 2026: Politische Debatte um Erhöhungen und wie Sie sich absichern
Die Diskussion um höhere Sätze oder temporäre Zuschläge in den Sommermonaten ist 2026 nicht abgeschlossen. Eine für Februar geplante Abstimmung wurde verschoben, konkrete Gesetzesänderungen sind bislang nicht in Kraft. Für Sie bedeutet das: Die aktuellen Tarife bleiben gültig, bis der Govern etwas anderes beschließt und im BOE veröffentlicht.
Trotzdem lohnt sich Vorsorge, denn Anpassungen können mit kurzer Vorlaufzeit kommen.
- Prüfen Sie Ihre AGB auf eine Klausel, die Preisanpassungen bei gesetzlichen Änderungen der Ecotasa erlaubt.
- Kommunizieren Sie Änderungen an bereits gebuchte Gäste zeitnah und schriftlich, idealerweise mit Verweis auf die amtliche Quelle.
- Beobachten Sie Veröffentlichungen im BOE, auf der Govern-Website und bei der ATIB, statt sich auf Foren oder soziale Medien zu verlassen.
- Halten Sie Ihr Rechnungssystem so flexibel, dass ein neuer Satz ohne größeren Aufwand eingepflegt werden kann.
Wer jetzt schon eine Preisanpassungsklausel in seinen Buchungsbedingungen verankert, muss bei einer künftigen Erhöhung nicht nachverhandeln und spart sich unangenehme Gespräche mit Gästen, die bereits gebucht haben, insbesondere wenn Sie Ihre Gäste auch über die besten Golfclubs auf Mallorca informieren.
Praxis-Check: Was 46 Jahre Erfahrung auf Mallorca über die Ecotasa lehren
Seit 46 Jahren begleiten wir bei Mallorca-immobilien Eigentümer und Gastgeber auf der Insel, von der Ferienlizenz bis zur laufenden Vermietung. Die Ecotasa ist dabei ein Thema, das viele Eigentümer unterschätzen, bis die erste Abrechnungsperiode ansteht.
Die meisten Fehler entstehen nicht durch Unwissen über die Tarife, sondern durch fehlende Abstimmung zwischen Buchungsplattform, PMS und Buchhaltung. Wer diese drei Systeme synchron hält, hat die Ecotasa im Griff.
Folgende Punkte gehören auf jede Checkliste eines Gastgebers:
- Inseratstext mit klarer Altersabfrage und Hinweis auf die separate Ecotasa-Position
- Rechnungsvorlage mit eigener Zeile für Netto- und Bruttobetrag der Ecotasa
- Vierteljährlicher Abgleich zwischen Buchungssystem und tatsächlich gemeldeten Nächten
- Nutzung des ITS-Rechners bei komplexen Buchungen mit gemischten Altersgruppen
Für alle, die eine Ferienvermietung auf Mallorca planen oder bereits betreiben, ist dieser Abgleich Teil des laufenden Betriebs, nicht eine einmalige Aufgabe zum Jahresanfang.
Warum Transparenz bei der Ecotasa Vertrauen schafft
Gäste reagieren empfindlich auf versteckte Kosten, aber kaum auf gesetzliche Abgaben, die klar erklärt sind. Wer die Ecotasa offen als eigene Position ausweist und kurz erläutert, wofür sie verwendet wird, bekommt selten Beschwerden. Wer sie versteckt oder falsch berechnet, riskiert schlechte Bewertungen und im schlimmsten Fall eine Prüfung durch die ATIB.
Meine Erfahrung aus zahlreichen Gesprächen mit Eigentümern zeigt: Proaktive Dokumentation, saubere Rechnungsvorlagen, ein aktueller Tarifabgleich, kostet wenig Zeit, spart aber im Ernstfall enorm viel Ärger. Viele Gastgeber warten, bis eine Rückfrage der Behörde kommt, statt vorher ihre Prozesse zu prüfen. Das ist der falsche Weg herum. Wer sich unsicher fühlt, sollte nicht zögern, sich von einer Agentur mit lokaler Erfahrung begleiten zu lassen, gerade bei der ersten Vermietung.
— Renate
Unterstützung bei Ecotasa und Vermietungsstart durch Mallorca-immobilien
Anders als ein anonymes Online-Formular kennen manche lokale Anbieter die Praxis vor Ort gut, von Porto Petro über Palma bis Pollensa. Wenn Sie eine Ferienwohnung neu vermieten oder Ihre bestehende Abrechnung auf Ecotasa-Konformität prüfen lassen möchten, können passende Dienstleister bei der Einrichtung korrekter Rechnungsvorlagen, bei der Einordnung der Unterkunftskategorie und bei der Abstimmung zwischen Buchungsplattform und PMS unterstützen.
Gerade bei ETV-Objekten lohnt sich ein Blick von außen, weil die Kategorisierung direkt den Ecotasa-Satz bestimmt und Fehler hier teuer werden können. Nehmen Sie über unsere Website Kontakt auf und lassen Sie uns gemeinsam prüfen, ob Ihre aktuelle Abrechnung sauber aufgesetzt ist, bevor die nächste Meldeperiode ansteht.
Quellen
- ATIB – Informationen zur Ecotasa / ITS
- Touristensteuer Mallorca 2026 | Mallorca Map
- Diario de Mallorca – Bericht zur Debatte über Ecotasa‑Erhöhung
Dieser Artikel enthält allgemeine Informationen und ersetzt nicht die Beratung durch einen qualifizierten Finanzberater. Wenden Sie sich an eine qualifizierte Finanzfachperson zu Ihrer persönlichen Lage, bevor Sie auf Grundlage dieses Inhalts handeln.

